Plötzlich Führungskraft - und dann?

 

Und plötzlich ist es soweit: Der Chef ruft in sein Büro und erklärt, wieso nun alles anders ist. Die langjährige Führungskraft Maier hat gekündigt und die Kollegin Braun ist seit zwei Monaten schwanger. Für Geschäftsführer ist eine solche Situation zwar alltäglich, nicht aber eine gern gemochte Situation. Im Grunde wollen Führungskräfte nichts anderes, als dass es immer so weiter geht, wie bisher. Zumindest, was das Personal angeht. 

 

Passiert aber etwas Unvorhergesehenes, kommen diese schnell ins Rudern. Schnell wird der Personalplan angepasst und häufig ist die Grundlage der Entscheidung die Sorge um fehlende Umsätze oder rückläufige Produktionszahlen. Gute Führungskräfte aber sehen sich vor und planen voraus, vor allem machen sie sich Gedanken zu ihren Mitarbeitern. Sie beschäftigen sich mit den Mitarbeitern, nicht nur auf der fachlichen, sondern gerade bewusst auch auf der persönlichen Ebene. Und wer das ernsthaft betreibt ist leicht in der Lage, aus dem bestehenden Kreis der Mitarbeiter eine neue Führungskraft auszuwählen. Es gibt gute Gründe, warum es besser sein kann, eigene Mitarbeiter zu fördern als extern jemanden einzustellen.

 

Und dann steht man da, ist frisch gebackene Führungskraft und war eben noch mit den Kollegen in der Mittagspause beim Italiener. Viele Fragen schießen einem durch den Kopf. Wie werden die Kollegen reagieren? Bringe ich beides unter einen Hut? Was genau sind die Erwartungen seitens der Führungsebene?

 

Nichts schadet mehr, als den Kopf in den Sand zu stecken. Eine positive innere Haltung hilft dabei, erste einfache Dinge anzupacken. Sorgen um das große Ganze dagegen bremsen Dynamik eher aus, als dass sie den Blick auf Fallstricke lenken.

Zu Beginn sollte man überlegen, ob man ein Gefühl dafür hat, was die eigenen Stärken sind: Was fällt mir leicht und was nicht. Aber auch hilft es zu hinterfragen, was einen im Arbeitsalltag störte und auf welche Reize von außen man eher sensibel reagierte. Eine möglichst klare Sicht auf das Bisherige und auf das was kommt sind notwendig, um das neue Amt gut auszugestalten. Auch keine Schande, wenn Sie feststellen, dass Sie sich das Neue nicht zu trauen. Lieber einen überlegten Schritt zurück als etwas mehr Privilegien und deutlich weniger Freude.

 

Und bitte: Keine Angst vor den Kollegen. Wenn man sich bisher gut verstanden hat, lag das an der Person und nicht daran, dass man den Schlüssel zum gleichen Büro in der Tasche hatte. Bleiben Sie authentisch und trennen Sie gute Verbindungen nicht künstlich. Sollten Sie allerdings bisher über Entscheidungen von oben gemeckert haben und diese nun aufgrund der neuen Rolle gut finden, riskieren Sie das Vertrauen der alten Kollegen.

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